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Katastrophenschutzeinsatz der Feuerwehr der Gemeinde Brensbach im Regierungsbezirk Köln


Bericht des Gemeindebrandinspektors Jens Kaffenberger.

Liebe Einwohner der Gemeinde Brensbach,

viele von EUCH haben im Fernsehen gesehen, dass die Hochwasserkatastrophe in Deutschland ein erhebliches Ausmaß angenommen hatte.

Heute möchte ich euch darüber informieren, wie der Ablauf des Ländereinsatzes war, wie wir so etwas organisieren, was im Hintergrund alles laufen muss, was unsere Einsatzkräfte für eine Lage abgearbeitet haben und wie wir sie wieder zuhause begrüßen konnten.

Am Donnerstag, den 15.06.2021 um 11:00 Uhr wurde der Gemeindebrandinspektor von der Leitstelle des Odenwaldkreises mit dem Stichwort: "Telefonisch beim Kreisbrandinspektor melden" alarmiert.
Nach der Alarmierung wurde mitgeteilt, dass es ein Hilfeersuchen aus Nordrhein-Westfalen gibt und Hessen Katastrophenschutzzüge in den Ländereinsatz am heutigen Tag um 16:00 Uhr entsendet.
Die Gemeinde Brensbach stellt mit Reichelsheim und Fränkisch-Crumbach den ersten Katastrophenschutzzug des Odenwaldkreises, der innerhalb von sechs Stunden nach der Alarmierung ausrückt.
Um die Anforderung an unserer Gemeinde an Personal zu erfüllen, welches wir aus unserer Gemeinde stellen müssen, wurden um 11:10 Uhr bereits die Wehrführer der Ortsteile in der Gemeinde Brensbach darüber informiert, die benötigten 15 Einsatzkräfte zu organisieren.
Eine Vorabinformation an unseren Bürgermeister Rainer Müller erfolgte gegen 11:15 Uhr.
Ab 11:30 Uhr fand dann online die erste Absprache mit dem Kreisbrandinspektor und allen Leitern der Feuerwehren im Odenwaldkreis statt. Schnell war allen klar, dass wir hier gemeinsam an einem Strang ziehen müssen; so wurden dem Gersprenztal auch Fahrzeuge aus anderen Kommunen angeboten.
Ab diesem Moment war ein normales Weiterarbeiten im Beruf, weder bei mir noch meinen Wehrführen und Einsatzkräften möglich. Wir mussten das Personal, die Ausrüstung, Treibstoffe und Fahrzeuge bis 16:00 Uhr abmarschfertig haben.

Während meine Wehrführer Personal organisierten, hatte ich um 12:00 Uhr schon die nächste Online-Besprechung, um die Feinabstimmung mit den Führungskräften der Feuerwehren Reichelsheim und Fränkisch-Crumbach und dem Brandschutzaufsichtsdienst durchzuführen.
Um 12:30 Uhr, ca. 1,5 Stunden nach der Alarmierung hatten wir in der Gemeinde Brensbach bereits die fünfzehn benötigten Einsatzkräfte zusammen, diese beendeten ihre Arbeit bei ihren Arbeitsgebern, fuhren nach hause, fingen an zu packen und verabschiedeten sich von ihren Familien.
Ab 15:00 Uhr wurde dann Verpflegung für die Fahrt, Ausrüstung, Ersatzkleidung, Treibstoff usw.  im Feuerwehrhaus Brensbach vorbereitet und teilwiese auch durch andere Einsatzkräfte vorbei gebracht.

Aus unserer Gemeinde war Personal aus folgenden Ortsteilen im Einsatz:
Affhöllerbach
Brensbach
Höllerbach
Nieder-Kainsbach
Wersau

Um 15:45 Uhr traf sich der Katastrophenschutzzug des Gersprenztals in Brensbach, es wurden die restlichen Gegenstände eingepackt und gegen 16:00 Uhr ging es los.

Um 17:00 Uhr traf sich unser Zug mit weiteren Einsatzkräften aus der Bergstraße und Darmstadt Dieburg in Darmstadt.
20:00 Uhr in Brensbach erfolgte die Änderung des Alarmplans, um die Sicherstellung des Grundschutzes der Gemeinde Brensbach sicherzustellen. Hier wurde zusätzlich Wersau mitaufgenommen um Brensbach tagsüber zu unterstützen.
Unsere Einsatzkräfte erreichten den Einsatzort gegen 23:00 Uhr und bereiteten ihre Schlafmöglichkeiten in der Messehalle vor. 
Geplant war der Einsatz dann am Folgetag gegen 07:00 Uhr, so dass sich das Personal noch einmal ausruhen kann.
Leider wurden sie dann nachts um 02:00 Uhr mit Dringlichkeit nach Stolberg versetzt.
Nach zwei Stunden Fahrt waren sie gegen 04:00 Uhr an ihrem Einsatzort angekommen und haben dann nach weiteren ca. 2 Stunden ihren Einsatzauftrag bekommen.



Am ersten Tag waren sie 12 Stunden im Einsatz.
In Summe arbeiteten sie in den Tagen 22 Einsätze in Stolberg ab.
Hierzu veröffentlichen wir folgende Bilder und bitten um Verständnis, dass wir keine weiteren Details berichten möchten. Wir nehmen Rücksicht auf die betroffenen Personen und es waren durchaus genug Einsatzbilder in den Medien.



Am Sonntag den 18.07.2021 gegen 14:00 kamen unsere Einsatzkräfte wieder in der Gemeinde Brensbach an und wurden in Wersau auf Covid19 getestet. Nachdem alle Ergebnisse feststanden und keiner positiv getestet wurde, haben wir die Kameradinnen und Kameraden am Kühlen Grund abgefangen und um 15:00 Uhr „nach Hause“ ans Brensbacher Feuerwehrhaus eskortiert.

Dort wurde bereits am Sonntagvormittag ab 11:30 Uhr ein kleiner Empfang vorbereitet und so konnten wir gemeinsam mit den Feuerwehren aus:

Affhöllerbach
Brensbach
Höllerbach
Nieder-Kainsbach
Wersau
Reichelsheim
Lützelbach

und den Bürgermeistern oder Vertretern/politischen Gremien unsere Einsatzkräfte gebührend empfangen.

Nach ein paar Grußworten gab es noch etwas zu essen und zu trinken, Gespräche untereinander und im Anschluss wurden unsere Fahrzeuge bis 19:00 Uhr wieder einsatzbereit gemacht.

Liebe Einwohner der Gemeinde Brensbach, Ihr könnt stolz auf EURE Feuerwehr der Gemeinde Brensbach sein, ich bin es als Gemeindebrandinspektor sehr!

Solche Hilfe können wir auch in Zukunft nur leisten, wenn wir von euch unterstützt werden!!!

Falls jemand in so eine Truppe möchte, ruft mich an oder schreibt eine E-Mail.

Wir sind für euch und wie man im aktuellen Fall gesehen hat, auch über die Gemeinde-, Kreis- und Landesgrenze füreinander da.

In diesem Sinne freue ich mich auf viele Neueintritte in die Einsatzabteilungen in den Feuerwehren der Gemeinde Brensbach

Euer Jens Kaffenberger
Gemeindebrandinspektor der Gemeinde Brensbach



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